2008-02-11

 

XYZ fordert mal wieder mehr Jugendschutz im Internet

So langsam scheint das ja echt Volkssport zu werden.
Jeder und sein Nachbar fordern mehr Jugendschutz im Netz.

Das schöne a Fordern ist ja, niemand muss sagen WIE denn sowas gehen soll. Es reicht das Ergebniss zu benennen.
Wir fordern "kein Krieg", "weniger Steuern", "besserer Jugendschutz", "Das 0 Liter-Auto", "Vollbeschäftigung".

Da liest man dann so schöne Sachen wie: "Kinder sind nach Ansicht des Kinderschutzbundes in Bayern nicht ausreichend vor jugendgefährdenden Seiten im Internet geschützt.".
Ja hallo? Sind unsere Kinder denn auf der Straße hinreichend geschützt? Da können die jederzeit über den Nachbars-Zaun klettern oder sich das Schmuddelblättchen auf dem Briefkasten fischen.
Es gibt natürlich Filter, welche Seiten wie unsere anhand von uns bereitgestellter Marker blockieren. Aber nicht jede Seite hat solche Marker und nicht in jedem Land ist man der gleichen
Auffassung, was denn jetzt jugendgefährend ist und was nicht.

"Viele Eltern fühlten sich dem Thema Sicherheit im Netz nicht gewachsen oder wüssten gar nicht, welche Gefahren im Internet für ihr Kind lauern."
Nun, das ist wohl eindeutig zunächst einmal ein Bildungsproblem der Eltern. Wer seine Kinder zu XYZ läßt, steht auch in der Verantwortung sich mal grundsätzlich schlau zu machen was das ist.
Wer seine Kinder stundenlang beliebig Dienste im Internet in Anspruch nehmen läßt ohne daneben zu sitzen, könnte sie genausogut nach 22:00 vor dem Fernseher mit Pay-TV parken.
Trotzdem hat noch niemand gefordert die "Premium-Kanäle" im Kabel ganz zu verbieten.

"Politik und Wirtschaft sollten nun die gesetzlichen Grundlagen für Netzfilter schaffen und die "Durchleitung illegaler Inhalte notfalls per Sperrungsverfügung" verhindern."
DAS muss der gebildete Bürger da ständig lesen. Ohne Trennung werden "Jugendgefährende" und "illegale" Inhalte wild durcheinandergeworfen.
Illegale Inhalte sind genau das...illegal. Punkt. Diese zu sperren hat für den Schutz der Jugend absolut keine Auswirkungen,
denn man kann etwas halt sperren..oder auch nicht. Da aber jugendgefährendes für Erwachsene absolut in Ordnung ist, kann man diese den Erwachsenen nicht einfach so wegnehmen.


'Kein Gesetz zwinge die Provider, illegale Inhalte durchzulassen, dennoch "seien diese insbesondere in Tauschbörsen beliebig verfügbar".'
a)
Aha...was haben denn zunächst einmal Tauschbörsen mit illegalen Inhalten zu tun?
Jede große und kleine Linux-Distribution wird über Bittorrent verteilt. Große Spiele-Anbieter
verteilen darüber ihre Updates. Vollkommen normal und in das Spiel unsichtbar integriert.
b)
Damit ein Provider irgendetwas Filtern kann, muss er sehen können was das denn ist.
Das einzige was ein Provider sieht, ist daß da ein Haufen Bits von A nach B geht.
Die Aufgabe eines Providers ist genau die einer Telephonvermittlung. Ihr Handy-Anbieter
hört ja auch nicht mit und unterbricht die Verbindung, wenn da plötzlich eine Telefonsex-
Dame antwortet.
Was dieser Haufen an Bits denn ist, kann er nur selten sehen. Das darf er ja auch nicht.
Stellen Sie sich vor, der Provider könnte sehen was sie denn da an ihre Bank schicken.
Selbst das WAS der Provider sehen kann, läßt sich auf vielfache weise verschlüsseln und
damit der Einsicht durch den Provider entziehen.
Besonders die hier erwähnten Tauschbörsen sind sehr gut darin geworden, nicht aufzufallen
um Bandbreiten-Beschränkungen der Provider zu umgehen. Denn es gilt eben nicht der Satz:
"einzig durch den Umstand erklären, dass der Verkauf von DSL-Produkten durch illegale Downloadangebote im Internet nicht unerheblich angekurbelt werde".
Im Gegenteil. Diese Angebote sind den Providern ein Dort im Auge. Müssen sie doch dadurch
für den gleichen Preis deutlich mehr Bitmuster durch die Leitung schieben.

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